Um sich aus erster Hand über die Situation der Flüchtlinge in Coesfeld zu informieren, hat die freie Wählergemeinschaft Pro Coesfeld Vertreter der örtlichen Flüchtlingsinitiative zu einem Meinungsaustausch in die Fraktionssitzung eingeladen. Gerburg Schwering und Ludger Schulte-Roling von der Initiative schilderten dort noch einmal sehr anschaulich die Probleme, mit denen die Ehrenamtlichen sich in der täglichen Arbeit konfrontiert sehen: Dazu zählten bei vielen jungen Männern die nicht einfachen Lebensumstände bei anhaltender Unterbringung in Gemeinschaftsquartieren; bei vielen Frauen erschwerten fehlende Möglichkeiten der

Kinderbetreuung die Teilnahme an Sprachkursen, an denen durchaus großes Interesse bestehe. Die Mehrzahl der Flüchtlinge sei sehr motiviert, Arbeit aufzunehmen; um den Arbeitssuchenden die deutsche Berufswelt verständlich zu machen, sei allerdings oft eine längere und intensive Begleitung erforderlich. Ein weiteres großes Problem stellten Traumatisierungen durch Erlebnisse im Krieg und auf der Flucht dar; gerade in diesem Bereich stießen die ehrenamtlichen Helfer aber häufig an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Die Betreuungsarbeit sei jedenfalls nach wie vor von erheblicher Bedeutung, um die Integration der hier lebenden Flüchtlinge voranzubringen und das Entstehen von Parallelgesellschaften zu verhindern. Angesichts der nach wie vor großen Aufgaben sei der Einsatz von Sozialarbeitern über das bisherige Maß hinaus dringend erforderlich.

Die Fraktion der Wählergemeinschaft zeigte sich beeindruckt vom anhaltend großen ehrenamtlichen Engagement und bedauerte in diesem Zusammenhang die Streichung einer Sozialarbeiterstelle beim DRK. Die Politiker versprachen den Vertretern der Initiative, sich auch weiterhin für eine Entlastung der Ehrenamtlichen durch Fachkräfte einzusetzen.