Ein Kulturhaus für Coesfeld

Wenn von Leerständen die Rede ist, wird gern wie auf eine Naturkatastrophe auf die Veränderungen im Kaufverhalten der Kunden (Internet!) hingewiesen und eine Belebung der Innenstadt eingefordert. Seit Jahren nur leider ohne durchgreifende Konzepte. Auch die CDU-Verwaltungsspitze zeigt keine echte Initiative oder Ideen: Wie kann man, wenn es weniger (inhabergeführte) Geschäfte gibt, die Stadt lebendig erhalten?

Pro Coesfeld hat seit seiner Gründung 2004 immer wieder Vorschläge und Konzepte präsentiert. Zurzeit beschäftigt sich ein Arbeitskreis mit dem „CCC“ (CityConceptCoesfeld). Ein sehr konkreter Vorschlag, der direkt umzusetzen wäre, wurde sogar schon der Verwaltungsspitze der Stadt vorgetragen – bislang ohne Erfolg. Es geht um die Nutzung des Natz-Thier-Hauses an der Pfauengasse (ehem. Werkstattlädchen), im Herzen der Innenstadt. Das denkmalgeschützte Haus befindet sich im Besitz der Stadt und das Erdgeschoss steht seit zwei Jahren leer.

Die Lage des Natz-Thier-Hauses in der Innenstadt an einem wunderschönen baumbestandenen Vorplatz gewinnt durch die Eröffnung von Beckys Café direkt nebenan weiter an Reiz und Potenzial und qualifiziert den Ort enorm für eine Belebung des gesamten Areals in Zeiten von Leerständen und Internet-Handel.

Eine Bürgerbeteiligung unter Einbeziehung der Bürgerstiftung und des Cafés wäre der richtige Weg, um Konzepte zu entwickeln und eine neue Nutzung zu organisieren: von Kleinkunstveranstaltungen der freien (auch jungen) Szene, Atelierwochen, Reisevorträgen, Familiengeschichten über Abende für Gesellschaftsspiele und gemeinsamen Gesang bis zu Vereinsversammlungen und kleinen VHS-Kursen. Allerdings stellt sich dann auch die Frage der nachhaltigen und substantiellen Beteiligung der Stadt selbst, die das Ehrenamt eigentlich auch jenseits von Sonntagsreden stützen und fördern sollte.

Weil in Coesfeld aber nicht selten wichtige Entscheidungen auf informelle Gesprächsebenen verlagert werden, droht unsere Stadt im Bereich der Kultur den Anschluss an die Entwicklungen in der Region zu verlieren, wo man allgemein auf bürgerschaftliches Engagement und offene Beteiligungsformen setzt. Pro Coesfeld hat sich durchgehend und vehement für eine bürgernahe Kulturarbeit ausgesprochen und fordert sie auch an dieser Stelle ein. Dringend benötigen wir übrigens dafür einen Kulturmanager/eine Kulturmanagerin, die wie in vielen anderen Städte um uns herum die freie Kulturarbeit neben den städtischen Kultureinrichtungen stützen und fördern kann.

Pro Coesfeld wird dieses Projekt im neuen Rat beantragen und ist sicher, dass Eliza Diekmann diesen Weg mitgehen wird. Wir werden sie bei ihrer Kandidatur zur ersten Bürgermeisterin Coesfelds nach Kräften weiter unterstützen.