Freitag, 23. Februar 2018
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LB zu Berichterstattung und Kommentar über die Entwicklungen in der Innenstadt

Wie soll das auf Dauer gutgehen?
Da baut die Stadt für viel Geld einen Luxuspark zwischen Stadtschloss und Krankenhaus; da wird die Bernhard-von-Galen-Straße umgebaut und der Wiemannweg wird generalsaniert. Und all das, weil Herr Öhmann damit die Innenstadt aufwerten möchte. Viel Steuergeld am falschen Ende ausgegeben! Damit halten wir den beginnenden Leerstand in der Innenstadt nicht auf.
Konzepte, innovative Ideen, ein innenstadtnahes Parkhaus sind da viel wichtiger.Aber von all dem ist wenig zu sehen.

In Sachen Parkhaus hat die Verwaltungsspitze offenbar vollständig versagt. Trotz mehrfacher Ankündigungen war der Bürgermeister nicht in der Lage, das Hageböckgebäude zu erwerben. Da musste erst ein Investor kommen, dem das Grundstück inzwischen gehört, das er nun der Stadt verpachten oder verkaufen will – sicherlich nicht uneigennützig. Und die Postruine? Da sollte ein attraktives „Berkelhaus" mit vielen Läden entstehen. Vom Baubeginn war oft die Rede, aber mittlerweile glaubt vermutlich nicht einmal der Bürgermeister selbst an ein Projekt, das sich gut im Wahlkampf machte. Und in Lette? Dort wird – völlig überflüssig – die intakte Coesfelder Straße umgebaut. Auch das kostet sehr viel Steuergeld und bringt eigentlich nichts.
Gleichzeitig muss das Schulzentrum saniert und dabei im Grunde fast völlig neu gebaut werden. Allein der Instandhaltungsstau beläuft sich auf über 16 Mio. Euro. Konkret geht es da um notwendige Ausgaben zum Gebäudeerhalt, die man seitens der Verwaltungsspitze über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte verschleppt hat. Und das ist nur der Sanierungsstau und nur der am Schulzentrum! Was ist mit der Kreuzschule, die bald die Anne-Frank-Schule mit aufnehmen soll? Dieses Gebäude müsste vorher dringend renoviert werden. Auch hier wird es einen millionenschweren Instandhaltungsrückstau zu beklagen geben. Hinzu kommt die Jakobigrundschule, die jetzt mit Millionenaufwand wieder hergerichtet wird. Hat Herr Öhmann wirklich Schulden abgebaut, wie er es im Wahlkampf so gern betonte, oder hat er einfach nur die Immobilien unserer Stadt verkommen lassen? Zahlen wir nun die Zeche?
Wo ist der finanzpolitische Weitblick des Bürgermeisters? Wenn in einigen Jahren die unvermeidliche Haushaltssicherug droht, ist eines sicher: Dieses Desaster hat der Bürgermeister verschuldet oder fahrlässig in Kauf genommen – durch einen viel zu hohen Investitionsstau und überflüssige Imageprojekte, die wir uns eigentlich nicht leisten können – und die in ihrer Bedeutung für die Attraktivität der Innenstadt maßlos überschätzt werden. Und ob der Umbau der Innenstadtberkel wenigstens dem Schulzentrum höhere Fördermittel beschert, wie der Bürgermeister hofft – das steht noch unter großen Fragezeichen. Solche weit hergeholten Verknüpfungen könnten sich am Ende als teure Irrwege erweisen.
Wie soll das alles nur gutgehen?

Robert Böyer
1. Vorsitzender von Pro Coesfeld e.V.
Günter Hallay
Vorsitzender der Ratsfraktion von Pro Coesfeld

 

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