Dienstag, 25. September 2018
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Fragen zur Seniorenpolitik an Klaus Pantförder, den Kreisvorsitzenden des Seniorenverbandes BRH.

PCR: Was sind aus ihrer Sicht die drei wichtigsten Seniorenthemen ?

Pantförder: Das wichtigste ist, dass in Coesfeld ein Seniorenbeirat installiert wird, der eine beratende Funktion für den Stadtrat hat. Die Führung der Stadt muss aber auch gewillt sein, mit dem Seniorenbeirat zusammenzuarbeiten. Es wäre wichtig, dass die Stadt auf den Beirat zukommt, wenn es darum geht, etwa bei baulichen Maßnahmen die Erfahrung der älteren Generation mit einzubringen. Außerdem müsste für Fahrgelegenheiten gesorgt werden, damit die Rentner günstig in die Stadt fahren können.

PCR: Welche Aufgaben der Seniorenpolitik werden sich aus der demographischen Entwicklung ergeben ?

Pantförder: Ein Beispiel ist die Rentnerbörse. Da , wo es an Hilfe fehlt, könnten die Älteren einspringen. Der Seniorenverband BRH bietet erfolgreiche Stammtischgespräche mit Referenten zu aktuellen Themen und Fahrten für Senioren an.

PCR: Welche Unterstützung durch die Kommunalpolitik wünschen Sie sich ?

Der Seniorenverband BRH , das heißt Beamte, Rentner, Hinterbliebene, ist parteipolitisch neutral. Es ist keine Unterstützung der Stadt für den Seniorenverband vorhanden, weil die Führung der Stadt uns nicht wahrnimmt, außer vor der Wahl. Wir brauchen ein öffentliches Forum, auf dem wir gehört werden und Verantwortung übernehmen können.

PCR: Sind aus ihrer Perspektive die Angebote der professionellen Seniorenarbeit ausreichend ?

Das Angebot an Pflegediensten, Seniorenheimen usw. in Coesfeld ist ausreichend. Es fehlt aber Hilfe und Beratung zu Problemen von plötzlich Alleinstehenden .

PCR: Vertreten Ihrer Meinung nach diese Angebote die komplette Bandbreite der Seniorenbedarfe?

Wir brauchen noch generationsübergreifende Angebote und Dienste, die Senioren ansprechen. Auch um dies und Angebote an Hinterbliebene sollte sich der Seniorenbeirat kümmern.

PCR: Welche Seniorengruppen vertreten Sie bzw. Ihr Verband ?

Wir vertreten alle Senioren, Beamte, Rentner , Hinterbliebene, aber auch jüngere Menschen sind willkommen.

PCR: Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit der Generationen vor ?

Dazu gehören Begegnungsstätten und Netzwerke für Jung und Alt wie Stadtteilhaus und Mehrgenerationenhaus. Man muss die geballte Erfahrung der älteren Generation nutzen für ehrenamtliche Tätigkeiten. Zum Beispiel können junge Leute für Alte einkaufen gehen und alte Leute jungen in der Schule helfen.

PCR: Sind aus Ihrer Sicht die Interessen der älteren Generation im kommunalpolitischen Raum ausreichend vertreten ?

Woran es fehlt, sind rollatorgerechte Fußwege, Barrierefreiheit, Hol- und Bringdienste usw. Dazu ist ein Seniorenbeirat dringend notwendig und nicht 50 verschiedene kleine Organisationen. Zu diesem Thema verweise ich auf die gerade frisch gewählte Vorsitzende der Landesseniorenvertretung NRW Frau Gaby Schnell aus Altenberge, die zur Chefin von 4,5 Millionen Senioren in Nordrhein-Westfalen gewählt wurde. Sie möchte in ihrer 3-jährigen Amtszeit dem Ziel näherkommen, dass in jeder Kommune in NRW ein Seniorenbeirat gewählt wird.

AK 2 Interview

 

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