Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren,

ich stehe hier, um über den Haushalt zu reden und nicht um den Pulitzer-Preis zu erhalten. Das überlasse ich dem folgenden Redner, der in seiner letzten Haushaltsrede öfter „Pro Coesfeld“ erwähnte als den Begriff „Haushalt“. Für uns gibt es andere Schwerpunkte.

Zunächst sprechen wir unseren Dank aus an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, die täglich ihre Serviceleistung für unsere Bürger erbringen. Als ehemaliger Verwaltungsbeamter weiß ich, was es heißt, mit ständiger Arbeitsverdichtung zu leben oder gemeinsam im Team z. B. einen langfristig erkrankten Kollegen zu ersetzen.

In der Diskussion um die Neugestaltung des Bahnhofs plädieren Vorstand und Fraktion von Pro Coesfeld für eine sachliche Herangehensweise, betonen aber gleichzeitig, dass sich an der Einschätzung der Lage aus Sicht der Wählergemeinschaft bisher nichts geändert habe: Angesichts der Verluste an identitätsstiftender Bausubstanz durch den Krieg und rücksichtslosen Umgang mit dem Erbe in den 1960er- und 1970er-Jahren bis hin zu Verlusten in jüngster Zeit hält die Wählergemeinschaft einen Abriss des markanten mittleren Gebäudeteils am Bahnhof für nicht hinnehmbar. Wünschenswert sei ein Erhalt dieses mittleren Elements, gegen einen Abriss der Seitenflügel habe man keine Einwände. Nur im äußersten Notfall könne man über eine Lösung nachdenken, die lediglich die Fassade bewahre oder als architektonisches Zitat integriere. Die Wählergemeinschaft werde, so die Fraktion, zeitnah konkrete Anregungen vorstellen.

Sehr geehrter Herr Öhmann,
namens und im Auftrag der Fraktion Pro Coesfeld bitte ich um Aufnahme folgenden Antrags in
die Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses Umwelt, Planen, Bauen am 05.12.2018, des
Haupt- und Finanzausschusses am 13.12.2018 sowie des Rates am 20.12.2018.
Antrag
Der Rat möge beschließen, dass die Stadt Coesfeld bis zur Entscheidung der Landesregierung NRW,
spätestens bis Ende 2021, die Heranziehung zu Straßenbaubeiträgen nach dem KAG aussetzt.

Um sich aus erster Hand über die Situation der Flüchtlinge in Coesfeld zu informieren, hat die freie Wählergemeinschaft Pro Coesfeld Vertreter der örtlichen Flüchtlingsinitiative zu einem Meinungsaustausch in die Fraktionssitzung eingeladen. Gerburg Schwering und Ludger Schulte-Roling von der Initiative schilderten dort noch einmal sehr anschaulich die Probleme, mit denen die Ehrenamtlichen sich in der täglichen Arbeit konfrontiert sehen: Dazu zählten bei vielen jungen Männern die nicht einfachen Lebensumstände bei anhaltender Unterbringung in Gemeinschaftsquartieren; bei vielen Frauen erschwerten fehlende Möglichkeiten der

Von Ratlosigkeit bis zu empörter Fassungslosigkeit reichte die Stimmung auf der aktuellen Fraktionssitzung der Wählergemeinschaft Pro Coesfeld, als das Thema „Bahnhof“ aufgerufen wurde. Ausnahmslos alle Anwesenden, darunter auch Vertreter des Vorstands und sachkundige Bürger, äußerten sich entsetzt über das fantasielose Konzept ohne architektonischen Ehrgeiz – liegende Rechtecke, also schlicht aneinandergereihte „Bauklötze“ ohne gestalterische Aussage und ohne Bezug zur Stadt oder auch nur zum Bahnhofsvorplatz. Bauten dieser Art, so das Urteil der Fraktion, finde man als Dutzendware überall; dies sei typisch für eine nicht historisch oder regional verankerte Bauweise, die Städte gesichtslos mache.